fragil

Ein toter Vogel, der mir auf einem Spaziergang begegnet ist und der noch so lebendig aussieht aber nicht mehr fliegt.
Der kleine Kratzer am Arm, der im Moment der Entstehung sehr schmerzt, der jedoch schnell wieder verheilt.
Das misslungene Foto einer glücklichen Familie, auf dem eine Person immer fehlen wird.

Nach dem Tod meiner Mutter im März 2015 war die Beschäftigung mit dem Thema Vergänglichkeit unumgänglich.
Die Wahrscheinlichkeit, dass einer meiner Geschwister oder ich betroffen sein könnten, war groß. Was, wenn es doch vererbbar ist? Ihr hat man die Krankheit viele Jahre nicht angesehen, so war e eine Leichtigkeit, Gesundheit vorzutäuschen. Für uns wurde es dadurch leichter, auf weitere schöne Jahre mit ihr zu hoffen. In den gewöhnlichen Momenten mit ihr lag die Freude und in der Wiederholung dieser Momente lag das Anhalten der Zeit.

Die Fotografien entstanden in einem Zeitraum von 2015 bis 2019 und zeigen nur eine Auswahl aus der Langzeitserie.

Foto-Installation „Fragil“, Ausstellung im Forum für Kunst und Architektur, Gruppenaustellung Werkkreis Bildender Künstler „Täuschung – Sein und Schein“ 2019